Der Yosin-Mast, am Kathmandu Durbar Square zur Eröffnung der Indra Jatra aufgerichtet

Indra Jatra

इन्द्रजात्रा

Foto: Wikimedman, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons

Acht Tage lang, in den letzten Wochen des Monsuns, richtet Kathmandu am alten Palast einen entasteten Baum auf, füllt seine Plätze mit Maskentänzen und zieht den Wagen der lebenden Göttin Kumari durch die Gassen der Newar-Stadt. Angefangen hat alles als Entschuldigung bei einem Gott, den die Stadt gefesselt hatte.

Ein Gott, auf dem Markt gefesselt

Erzählt wird, Indra sei als Bauer verkleidet nach Kathmandu herabgestiegen, um die Parijat-Blüte zu holen, die seine Mutter wollte. Beim Pflücken wurde er in Maru ertappt, gefesselt und auf dem Platz zur Schau gestellt. Seine Mutter Dagin kam herab und suchte ihn in der Stadt. Als die Leute begriffen, wen sie da gefesselt hatten, ließen sie ihn frei, und die Mutter versprach dem Tal über den Winter genug Tau für eine gute Ernte. Das Fest ist die Entschuldigung und der Dank in einem.

Die acht Tage beginnen mit dem Aufrichten des Yosin am Kathmandu Durbar Square — ein Baum, aus dem Wald geholt, von den Ästen befreit und vor dem alten Palast aufgestellt — und enden, wenn er wieder umgelegt wird.

Masken, Wagen und eine lebende Göttin

An drei der Tage wird die Kumari, die lebende Göttin von Kathmandu, auf ihrem Wagen durch die Altstadt gezogen: am ersten nach Süden, Kwaneyā; zum Vollmond nach Norden bis Asan, Thaneyā; und am dritten mitten hindurch über Kilagal, Nānichāyā. Zwei weitere Wagen, für Ganesh und für Bhairava, fahren mit.

Ringsum füllt sich die Stadt mit Gestalten. Pulu Kisi, Indras Elefant, taumelt durch die Gassen und sucht seinen Herrn. Majipa Lakhey, der Dämon des Viertels Majipat, tanzt auf den Plätzen. An mehreren Stellen werden große Bhairava-Masken enthüllt, und aus dem Mund des Sweta Bhairava am alten Palast läuft an bestimmten Tagen Reisbier. Abends geht die Dagin-Prozession noch einmal den Suchweg der Mutter — gegangen von den Familien, die im vergangenen Jahr jemanden verloren haben.

Wann es stattfindet

Der Termin richtet sich nach dem Mondkalender und wandert durch den September. 2026 fällt der Feiertag und der erste Wagentag der Kumari auf Freitag, den 25. September; der Mast wird zwei Tage zuvor aufgerichtet, und das Fest schließt zum Monatsende.

Wann es stattfindet

Die Indra Jatra dauert acht Tage, vom zwölften Tag der hellen Hälfte des Monats Bhadra bis zum vierten der dunklen Hälfte, fällt also in den September. 2026 ist der Tag des Kumari-Wagens, zugleich gesetzlicher Feiertag, Freitag der 25. September.

  • 25. September 2026Offiziell bekannt gegeben

Respektvoll besuchen

Gut zu wissen

  • Das Fest gehört der alten Stadt, nicht dem Touristenviertel. Sehen Sie vom Rand der Plätze aus zu und überlassen Sie den Zugmannschaften und Tänzern die Straße.
  • Die Kumari ist Kind und Göttin zugleich. Rufen Sie ihr nichts zu und benutzen Sie keinen Blitz.
  • Fragen Sie, bevor Sie die Dagin-Prozession fotografieren. Sie wird von den Familien gegangen, die im vergangenen Jahr jemanden verloren haben.

Vermeiden

  • Stellen Sie sich nicht in den Weg der Wagen. Sie sind schwer, werden an Seilen gezogen und lassen sich in engen Gassen kaum lenken.
  • Drängeln Sie sich nicht an die Maske des Sweta Bhairava, aus der das Reisbier läuft. Wer wann trinkt, regeln die Leute, die den Schrein betreuen.

Sicherheit

  • Der Kathmandu Durbar Square ist an den Haupttagen sehr voll, und die alten Bauten ringsum sind stellenweise abgestützt und abgesperrt. Halten Sie sich an die Absperrungen.
  • Achten Sie in den Menschenmengen und in den Bussen auf Taschendiebe.
  • Proteste und Streiks sind in Nepal recht häufig und können den Verkehr kurzfristig lahmlegen. Verfolgen Sie in der Festwoche die lokalen Nachrichten.

Quellen

Dieser Eintrag beruht auf den folgenden Quellen.

  1. Indra JatraWikipedia · abgerufen am 24. September 2026
  2. Nepali public holidays 2083 BSHamro Patro · abgerufen am 24. September 2026
  3. Nepal travel advice: safety and securityUK Foreign, Commonwealth & Development Office · abgerufen am 24. September 2026

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