
Gawai Dayak
Foto: Zahirulnukman, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons
Ist der Reis eingebracht, hält Sarawak an. Am letzten Maiabend werfen die Iban den Geist der Gier hinaus, richten in der Galerie des Langhauses den Lebensbaum auf und trinken um Mitternacht auf ein langes Leben; danach stehen die Türen einen Monat offen, und wer hereinkommt, geht nicht ungegessen wieder.
Der Abend, an dem die Gier hinausgeht
Gawai Dayak bezeichnet das Ende der Reisernte und dankt für Segen, Eintracht, Auskommen und Glück. Es gehört den Iban, den Bidayuh, den Kayan, Kenyah, Kelabit und den übrigen Orang-Ulu-Völkern Sarawaks, und auch die Dayak-Gemeinschaften in West-Kalimantan auf der indonesischen Seite Borneos halten es — dort allerdings ohne Feiertag.
Der letzte Maiabend ist das Muai Antu Rua, das Hinauswerfen des Geistes der Gier. Es folgt das Miring, auch Bedara genannt: das rituelle Auslegen der Opfergaben. In der Galerie des Langhauses wird der Ranyai aufgerichtet, der Lebensbaum. Um Mitternacht kommt das Ai pengayu, der Trunk auf ein langes Leben, und von da an ist das Fest offen.
Ngabang, und dann werden die Matten aufgerollt
Ab dem 1. Juni gilt das Ngabang, das offene Haus. Man geht von Tür zu Tür und von Langhaus zu Langhaus; niemand geht ungespeist, und der Tuak wird eingeschenkt, ob es neun Uhr morgens oder neun Uhr abends ist. Der Ngajat, der Tanz, wird in Nashornvogelfeder-Kopfschmuck und getriebenem Silber getanzt, und in Kuching schwappt die Feier als Umzug auf die Straße. Der ganze Monat bleibt lose, und förmlich endet er erst mit dem Ngiling Bidai, dem Aufrollen der Matten, Ende Juni.
Wie aus einer Radiosendung ein Feiertag wurde
Gawai stand nicht immer im Kalender. Zwei Radioproduzenten, Tan Kingsley und Owen Liang, brachten 1962 den Gedanken eines offiziellen Dayak-Tages auf. Michael Buma hielt die erste — inoffizielle — Feier am 1. Juni 1963 in Betong ab. Tra Zehnder und Barbara Mendu Bay betrieben die Sache im Staatsrat, und der Chief Minister Stephen Kalong Ningkan erkannte sie an: am 25. September 1964 wurde das Fest amtlich verkündet, am 1. Juni 1965 zum ersten Mal offiziell begangen.
Es bleibt ein Feiertag Sarawaks und sonst nirgends. Sabah und Labuan haben ihr eigenes Erntefest, Tadau Kaamatan, am 30. und 31. Mai — die beiden Enden Ostmalaysias feiern denselben Reis im Abstand eines Tages, unter verschiedenen Namen.
Wann es stattfindet
Das Fest beginnt am Abend des 31. Mai mit dem Muai Antu Rua und dem Mitternachtstrunk; der 1. und 2. Juni sind in Sarawak Feiertage, dem einzigen Bundesstaat, der sie hält. Besucht wird den ganzen Juni, und geschlossen wird mit dem Ngiling Bidai, dem Aufrollen der Matten.
- 31. Mai – 2. Juni 2027Berechnet
- 31. Mai – 2. Juni 2028Berechnet
- 31. Mai – 2. Juni 2029Berechnet
- 31. Mai – 2. Juni 2030Berechnet
Respektvoll besuchen
Gut zu wissen
- Ab dem 1. Juni stehen die Langhäuser offen — das ist das Ngabang — und dem Gast wird Tuak gereicht. Das erste Glas rundheraus abzulehnen ist unangenehm; es nur an die Lippen zu setzen nicht.
Essen und Trinken
Ayam pansuh
Huhn, gewürfelt und mit Chili, Zitronengras, Ingwer, Kurkuma und Galgantblättern mariniert, mit Wasser in ein Bambusstück gefüllt, mit Maniokblättern verschlossen und bis zu einer Stunde über dem Holzfeuer gedreht. Der Bambus muss ständig gedreht werden, sonst verbrennt er. Auf Iban manuk pansuh, von pansoh, in Bambus gegartes Essen.
Tuak
Reiswein aus Klebreis, jedem Besucher eingeschenkt und um Mitternacht zum Ai pengayu erhoben, dem Trunk auf ein langes Leben.
Pangkang
Klebreis, in den Bambusgliedern gegart, dazu das Gebäck der Saison — Sarang semut, Cuwan und Kuih kapit.



Quellen
Dieser Eintrag beruht auf den folgenden Quellen.
- Gawai DayakWikipedia · abgerufen am 26. September 2026
- Public holidays in MalaysiaWikipedia · abgerufen am 26. September 2026
- Ayam pansuhWikipedia · abgerufen am 26. September 2026
Verwandte Feste

Thaipusam in den Batu-Höhlen
தைப்பூசம் (Thaipusam)
Nach 48 Tagen Vorbereitung baden barfüßige Verehrer Murugans im Fluss und tragen ihre Gelübde zu seinem Heiligtum in den Batu-Höhlen — Milchtöpfe oder bis zu zwei Meter hohe, mit Pfauenfedern geschmückte Kavadis — unter Trommeln und Gesängen, die manche in Trance versetzen.
Januar–Februar 2027Ungefährer Zeitraum

Chuseok
추석
Koreas Erntedankfest unter dem Vollmond des achten Mondmonats — drei Tage, in denen sich die Städte leeren, weil die Familien in ihre Heimatorte fahren, um die Ahnen zu ehren, die Familiengräber zu pflegen und halbmondförmige Reiskuchen über Kiefernnadeln zu dämpfen.
24.–26. September 2026Berechnet

Homowo
Die Ga in Accra erinnern an eine Hungersnot, indem sie sie auslachen: Nach Wochen, in denen Trommeln und Lärm verboten sind, streuen die Häuptlinge Kpokpoi — gedämpften Mais mit Palmöl — durch die Straßen, und die Trommeln kehren zurück, um „den Hunger auszubuhen“.
August–September 2026Ungefährer Zeitraum
Kommentare
Waren Sie dort? Sagen Sie anderen, was sie erwartet.
Noch keine Kommentare.
Kommentare werden vom Betreiber gelesen, bevor sie erscheinen.